Dipl.-Ing. J. Richter
Prüfingenieur für Standsicherheit,
Fachrichtung Massivbau
siehe auch: Heidensohn- Richter-Kempe
Meußlitzer Straße 130a
D-01259 Dresden
Telefon 0351 2011136
Telefax 0351 2011137 ib-hrk@t-online.de richter@wundr.com
Die Prüfingenieure unterstehen der Fachaufsicht der Sächsischen
Landesstelle für Bautechnik. Der Einsatz des Prüfingenieurs
erfolgt im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens, i.d.R. also vor Errichtung
oder vor Umbau eines Bauwerkes. Nicht selten wird er aber auch zur
Bauüberwachung verpflichtet, indem als klassisches Beispiel aus
dem Massivbau die Kontrolle der Bewehrung im Stahlbetonbau vorgenommen
wird.
Diese Tätigkeit ist in der Planungskontrolle das Vorausschauen
und in der Bauphase das Realisieren einer ausreichenden Standsicherheit.
Damit schützt der Prüfingenieur Dritte, also die Allgemeinheit
vor Schaden, nicht in erster Linie unmittelbar den Eigentümer
und nicht unmittelbar den Bauherrn.
Die Bedeutung des Prüfingenieurs
Trotzdem in den letzten Jahren die Prüfingenieure durch die
geänderten Bauordnungen immer weniger herangezogen werden, weil
immer mehr Prüfverzichte möglich sind, kann man feststellen:
Totgesagte leben länger. Vielfach wird von Gegnern der Prüfungen
darauf hingewiesen, dass der Prüfingenieur für Baustatik
ausschließlich in Deutschland und Österreich vorzufinden
ist und alle anderen Länder ohne solche Prüfingenieure auskommen
würden. Diese Aussage ist nur zum Teil richtig. Richtig ist sie
hinsichtlich der Organisationsstruktur, da jeder der Prüfingenieur
werden will, ein staatliches Anerkennungsverfahren durchlaufen muss,
das in einer Prüfung mit erheblichem Schwierigkeitsgrad mündet.
Als Prüfingenieure werden demnach nur solche anerkannt, die ihre
fachliche Kompetenz auch tatsächlich nachgewiesen haben. Zum
anderen werden auch in anderen Ländern Kontrollen analog wie
in Deutschland geschaffen, indem die Versicherungen diese Präventivmaßnahmen
fordern oder über ihre Versicherungsprämien diese Präventivmaßnahmen
honorieren.
Damit ist festzustellen: Die deutschösterreichische
weltweite Besonderheit ist gar keine. Im Gegenteil: Weltweit
gilt der Grundsatz: Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser!
Denn in punkto Sicherheit sollte man keinen Kompromiss eingehen.